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Gedichte und allerlei

Die erste Hymne an den Kot

der arme sünder wusste nun das sterbebett bereit,
drum weinte er und schrie sogar gegen die Heiterkeit.
er wälzte sich und fluchte laut es half kein ach und weh.
die cholera und dann die ruhr, da half kein magentee!
die laken waren braunbedeckt ja eines sumpfes gleich
der dielenboden rauh verlegt glich einem gartenteich.
der sünder war seit tagen nun allein dem sterben nah
denn ärzte ohne nasen war'n im stillen örtlein rar.
er quälte sich und wollte noch im tod die welt verändern,
doch nur der kot verließ ihn treu - er stand bis zum geländer.
als man nach 15 tagen dann mit baggern das haus räumte,
fand man die leiche wohlgelagert - er schien als ob er träumte.
so war es denn als er so starb, die seuche nicht sein tot
ersticken tat er denn im schlaf durch seinen eignen kot.

--
im kot lächelte er noch.

2.5.07 20:20


Der Ton

Ein Ton erklingt,

als Schwingung, Frequenz,

und singt und sirrt,

und schwirrt und schwebt,

und webt leise Muster,

aus silbernen Fäden,

verliert an Substanz,

bleibt körperlos ganz.

 

Der Ton, er fliegt,

gleich Federn im Wind,

und rinnt und rieselt,

und raschelt und ruht,

und bleibt scheinbar stehen,

im luftlosen Schweben.

Er klingt nur noch sanft,

wird schmeichelnder Samt.

 

Der Ton trifft mein Ohr,

als Klang aufs Gehör,

und klettert geschwind,

die Nerven empor,

und sprintet mit Kraft,

durch dickichtes Wirrn,

und hangelt sich an den Synapsen durchs Hirn.

 

Es löst sich die Spannung,

die Ladung entlädt sich,

und wisperndes Knistern,

die Nachricht bewegt sich,

und schneller und heller,

und besser und lauter,

und reißt mit Gewalt,

was weigernd gelauert,

und drängt mit dem Strom,

von Strudelgedanken,

mit Wirbeln und Schnellen,

durch Dämme und Schranken.

 

Die Flut füllt den Schädel,

zerquetscht und zermalmt,

zerreißt und zerdrückt,

das verschleißte Gemüt,

spült Sorgen und Ängste,

in Massen hinaus.

 

(Stille)

Der Ton er schwebt,

allein leer im Raum,

er weiß und wartet,

und wirbelt und wabert,

und wird plötzlich stumm.

 

(Stille)

Im Dunkeln gebiert,

das saubere Schweigen,

ein Gegenstück,

ein Komplimentär,

was wiederum sirrt,

und schwebt und schwingt,

und singend drängt,

und schließlich leise,

ein sanfter Hauch,

meine Lippen verlässt:

"Ich dich auch..."

 

5.3.07 16:51


Liebes Leben

Ich liebe.
Ich lebe.
Lieber Leben?
Das Leben lieben?
Oder Liebe leben?
Erleb' die Liebe!
Liebst du Leber?
Lieber nicht!
Wie liebst du lieber?
Lieb' mich nicht!
Liebst du mich?
Ich lebe lieber!
Verlebte Liebe.
Zerliebtes Leben.
Ich liebte das Leben,
doch lebte die Liebe 

20.12.06 23:44


Der Knurrhahn

Der Knurrhahn ist ein toller Fisch.
Ist er rot - so ist er frisch.
Ist er tot - so ists Gedicht.
Ein Memoire des Fischs für dich,
denn Frischfisch wird gern Fischgericht.

4.12.06 21:52


Theorie und Praxis

Ein Fixpunkt im Gehirn
Ein Tyrann den Synapsen
Greift mit eiserner Faust
In das Gewissen.

Und er fordert und zedert
Und schreit schrill kreischend
"Jetzt oder nie!"

Rüstzeug beraffen!
"Stopft die Kanonen!"
Einmal gewagt ist beinah' gewonnen!

Aus und vorbei!

Einmal gescheitert
Für immer zerronnen.

Und über den Gräbern
Findet das Schicksal
Einen neuen Kunden.
4.12.06 21:47


Sein eig'ner Herr

Der Herr seiner Augen zu sein...
- Ein Wunsch,
Dem zu gereichen
Nicht leicht ist
Zu schnell wandert der Blick umher
Zum Schönen hin
Von Nöten fern
Bis dass der Augapfel gerötet
Bom Reiben in der Höhle her
Berharrt und schwer zu Boden drückt.
Die Rettung bringt da nur das Lid.
Verschlossnen Blickes klärt sich dann
- Der Nebel
Und Schließlich
schaut man dann auf das zurück
was einem vor dem Schauen blieb.

Der Herr seiner Ohren zu sein...
- Ein Traum
Der irreal
Kaum existiert
Zu leicht vernimmt es schöne Dinge
Aus der Ferne
Leise schwebend
Bis dass der Krach des Alltags stört
Durchs Tosen des alltäglich' Leben
Treibt es dem Klang nun hinterher
Bis man erschöpft die Waffens streckt
Die Finger in die Ohren steckt
- Die Stille
Am Ende
Bewirkt eine Einsicht
Wo man die Wunden leckt.

Der Herr seiner Sinne zu sein
- Ein Spuk
Der verfliegt
Greift man danach
Zu schnell verführt das warme, weiche,
Seidig glatte,
prickelnd leichte,
Bis dass die Haut sanft wie ein Tuch,
Durch Naturgewalt zerreißt,
So dass das Fleisch blank offen liegt
So suchts den Abstand
Und im kühlen Abendhauch
- Die Entspannung.
Vorbei ist's!
Und man genießt die Einsamkeit
Als eigenen entgült'gen Brauch.
4.12.06 21:45


Es ist zu stark...

Ich habs nie erlebt,
und nie gewusst,
dass sowas geht.
Ein Traum von Leben,
der zerbricht,
wenn die Illusion verweht,
bleibt Frust und Leid
als letztes Kleid
zwei Herzen schlagen in meiner Brust.
4.12.06 21:44


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